Archiv für Juli, 2008
Ideen für das kommende Schuljahr – 9. Klasse Deutsch
“Medien verstehen und nutzen”, so ist das im Lehrplan für die 9. Klasse beschrieben. Ich würde es gerne noch erweitern um “Medien herstellen”. Auf die Idee bin ich gekommen, weil auch das Interview Teil des Lehrplans ist. Einfach ein Interview zu lesen, finde ich langweilig. Also könnte man doch selbst ein Interview führen, aufzeichnen und als Podcast veröffentlichen.
Das könnte ich mir noch vorstellen:
- Die Klasse führt ein thematisches Weblog und diskutiert auch im Weblog. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man hier am Thema “TV-Serien” arbeiten könnte.
- Auch ein Wiki könnte ich mir vorstellen, ein Thema könnte der Medienmarkt sein
- Die Podcasts könnte man in das Weblog einbauen, Interviews zum Thema Mediennutzung könnten hier Thema sein
Vielleicht wollen die Schüler aber auch einfach nur ein Webtagebuch ihrer Klasse. Am aufwändigsten dürfte die Geschichte mit den Podcasts sein, hier habe ich selbst keine Erfahrung und mir fehlt auch das nötige Equipment. Ein Wiki habe ich auch noch nie eingerichtet, allerdings glaube ich, dass sich sicher ein Schüler findet, der das kann. Insgesamt werde ich die zukünftige 9a wohl mal um ihre Meinung bitten.
Bewerbungstraining für Mädchen
Wie stelle ich mich vor? Was ziehe ich an? Wie schreibe ich einen Lebenslauf? Alle diese Fragen beantwortet LizzyNet, das Bewerbungstraining für Mädchen. Auch wenn natürlich die Berufe begrenzt sind (z.B. Chemielaborantin, Bürokauffrau, Malerin…) kann wohl jede Schülerin etwas lernen. Das Training funktioniert interaktiv (und benötigt Flash): Zuerst schreibt frau einen Lebenslauf und ein Anschreiben, dann folgt der Griff in den Kleiderschrank und anschließend gibt es noch ein Bewerbungsgespräch. Der Assistent gibt Hinweise, ob die Antworten nun gut oder weniger gut sind und am Ende gibt es auch immer noch einen Merkzettel. Um in das Thema Bewerbung einzusteigen, finde ich die Seite sehr gelungen und … sie macht auch noch Spaß. Hinsurfen!
Internetnutzung an Schulen
Die vdi-Nachrichten gehören normalerweise nicht zu meiner Standartlektüre. Heute bin ich aber über einen Artikel über Internetnutzung an Schulen gestolpert. Dort steht, dass lediglich 20-30% der Kollegen das Internet im Unterricht einsetzen und dass 83% der beruflichen Schulen (wie zum Beispiel die meinige) einen Internetzugang haben.
Als Grund werden fehlende didaktische Konzepte genannt, denn der Einsatz von Computern verlange eine grundlegende Veränderung der Lernkultur: Lehrer müssten zunehmend beratende und moderierende Funktionen einnehmen und einen stärker schülerzentrierten Unterricht ermöglichen.
So weit der interessante – und nicht ganz richtige Teil des Artikels. Ich beschreibe das mal aus meiner Schulsicht. Wir haben in der Schule zwei Datenverarbeitungsräume mit Beamer und Internetzugang, das sind ca. 45 Rechner. In der Übungsfirma stehen etwa 20 weitere Rechner. Dazu kommen drei PCs für alle Kollegen, die von den Schülern aber nicht genutzt werden können. Schätze, wir sind bei den 83% dabei. In meinem Unterricht kann ich von den 65 Rechner genau keinen verwenden. Übungsfirma und Datenverarbeitungsräume sind von Montag 8.00 Uhr bis Freitag 13.00 komplett belegt, dort findet logischerweise Unterricht statt. Auf jedem Stockwerk gibt es dann eine “fahrbare Einheit”, einen PC mit Beamer und Internetanschluss, den man sich ins Klassenzimmer holen kann. Damit ist das Internet aber letztlich als Medium für schülerzentrierten Unterricht nicht zu gebrauchen, denn eigentlich sollte ja jeder Schüler einen eigenen Zugang haben. Schätze, wir sind bei den 83% doch nicht dabei.
Als Grund also fehlende didaktische Konzepte anzugeben, finde ich schon gewagt. Auch der Rest des Artikels schlägt letztlich in die selbe Kerbe: Internet werde hauptsächlich von jüngeren Kollegen eingesetzt (stimmt einfach nicht!) und die Web 2.0-Lehrer seien “Pioniere”.
Das Internet ist kein Allheilmittel und nur ein Teil des Schullebens. Statt die Lernkultur ans Internet anzupassen ist es meiner Meinung nach viel wichtiger die Schüler zu einer kritischen Mediennutzung zu erziehen, damit unsere “digital natives” keine “digital naives” (so nennt das Beat Döbeli Honegger) bleiben.
PS Fällt mir gerade noch ein: sollte ich wirklich mal das Glück haben, einen freien Raum zu bekommen, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass unser Schulfilter den Zugriff auf das Netz stark limitiert recht groß. Surfen ja, aber wohin, das sagen wir! Sehr schülerzentriert!
Web für Lehrer
Verfasst von admin unter Für Kollegen am 23. Juli 2008
René Scheppler stellt auf Projektblog “Yahoo teachers” vor, eine Web 2.0 Gemeinschaft für und von Lehrern, die sich allerdings noch in der Betaphase befindet. Lehrer haben die Möglichkeit, eigene Stunden in einen Pool zu stellen und von anderen Kollegen Stunden zu erhalten. René merkt dann noch an: “Ich habe das Gefühl, dass sich in diesem Bereich wirklich etwas tut. Und ich bin zuversichtlich, dass ich in meiner Lehrerkarriere nicht immer wieder alleine daheim sitzen werde und mir Gedanken über meinen Unterricht mache, sondern mich schnell und unkompliziert mit Kollegen in ganz Deutschland oder gar weltweit austauschen kann, die evtl. das selbe Thema planen oder vorbereiten.”
Ich habe da so meine Zweifel. Sicher tut sich etwas, aber alle Versuche, eine wirklich umfassende Stundensammlung zu etablieren, scheitern seit Jahren regelmäßig. Dafür gibt es unterschiedlichste Gründe:
- In unserem schönen Land gibt es so viele unterschiedliche Schulen und Schularten, dass man wirklich nur schwer einen Überblick bekommt. Ich unterrichte z.B. an einer Wirtschaftsschule in Bayern und bin mir sicher, dass nicht einmal bayerische Kollegen auf Anhieb wissen, welchen Abschluss Schüler bei uns erreichen können. Wie soll da ein Austausch von Material erfolgen?
- Viele der Datenbanken sind nicht wirklich einfach zu bedienen, das ist aber eine Grundvoraussetzung dafür, dass sich viele Kollegen an einer solchen Sammlung beteiligen.
- Bei vielen Kollegen fehlt noch die Einsicht, dass man als Einzelkämpfer nicht wirklich weit kommt. Einige wollen grundsätzlich nicht tauschen (so habe ich das z.B. während meiner Zeit am Gymnasium erlebt), andere haben “Angst”, dass der Kollege XY einen besseren Unterricht halten könnte als man selbst. Der Austausch an meiner Schule im Fach Deutsch funktioniert dagegen sehr gut!
- Wer sich jemals eine Stunde “aus dem Netz gezogen” hat und dann feststellt, “so kann ich das gar nicht machen”, der wird sich kein zweites Mal auf eine Suche einlassen. Die perfekte Stunde gibt es nicht, das wissen wir alle. Komischerweise glauben wir aber daran, wenn wir uns im Internet auf die Suche machen.
Ich bin also nicht ganz so zuversichtlich und werfe mal einige Ideen in den Raum:
- was mir weiterhelfen würde, wären z.B. Quellensammlungen für das Fach Geschichte, historische Landkarten, eine Sammlung von Erzählungen oder Kurzgeschichten, gute Zeitungsartikel für eine Textarbeit usw. Ein zentraler Materialpool, der auch die Frage des Copyrights abschließend klärt.
- Stunden sollten von Kollegen kommentiert und bewertet werden können. So könnte man schneller entscheiden, ob man näher hinsieht oder nicht. Ein einfaches System wie bei Amazon könnte da schon ausreichen.
- Im Grunde ist es nicht die heruntergeladene Einzelstunde, die ich interessant finde. Es müsste die Möglichkeit geben, Unterricht gemeinsam vorzubereiten. Das geht nämlich auch mit Kollegen von anderen Schularten oder aus anderen Schulen. Das Internet bietet dazu eine ganze Reihe von Einzelanwendungen: Mindmaps kann man mit Mindmeister gemeinsam erstellen, einen Zettelkasten bei Zettels anlegen und pflegen, per Mail tauscht man Dokumente aus usw. Allerdings gibt es keinen Dienst, der viele solcher Applikationen vereint. Ich habe keine Lust, zehn verschiedene Seiten aufrufen zu müssen, damit man miteinander arbeiten kann.
Dabei ist die Zusammenarbeit in der Unterrichtsvorbereitung eine der drei Faktoren, mit der man Unterricht am schnellsten verbessern kann.
Trotzdem werde ich Yahoo Teachers mal im Auge behalten, vielleicht entwickelt sich ja doch etwas Ordentliches.
Wieder ein Stück geschafft
In fast allen Feeds, die ich so lese, wird schon auf das neue Schuljahr hingearbeitet. Bei uns dauert es noch zwei Wochen, dann haben wir erst einmal Ferien. Heute war ich in Schweinfurt zu einer Dienstbesprechung und dann habe ich im Anschluss unsere Schülerzeitung bei der Druckerei abgeliefert. Das ist wieder ein großes Stück erledigter Arbeit und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich ein wenig feiern sollte. Am Freitag hole ich die fertige Zeitung dann ab, vielleicht kann ich die Tradition beibehalten und mich mit einem ehemaligen Kollegen zu Kaffee und Kuchen treffen.
Visitenkarten
Vor einem halben Jahr habe ich mir Visitenkarten zugelegt. Die Idee dafür hatte ich aus dem Buch "Visitenkarten: Typographie, Gestaltung, Material" von Michael Dorrian. Nun habe ich auch im Netz eine sehr ansprechende Sammlung von Karten gefunden. Bei Fubiz.net werden 70 verschiedene Karten gezeigt, die sicher als Inspirationsquelle dienen können. Mir gefällt diese Karte am besten.
Einige Karten sind recht aufwändig und dürften auch nicht ganz billig sein. Wenn meine aufgebraucht sind – was so in etwa 30 Jahren der Fall sein könnte – dann werde ich mir wohl ähnliche machen.
Textmarker bei Präsentationen mit dem PC
Vor einiger Zeit hatte ich Besuch von Kollegen der Berufsschule, die sich meinen Tablet PC ansehen wollten. Relativ schnell waren wir an dem Punkt, dass computerbasierte Präsentationen ihre Schwachstelle in der Spontaneität haben. Man kann halt nicht einfach wie auf einer Folie etwas unterstreichen, dazufügen oder ausbessern.
Glücklicherweise bin ich nun auf ein kleines Tool gestoßen, das ich nicht einmal installieren muss: Pointofix. Beim Start des Programms wird der Bildschirm (egal welches Programm läuft!) eingefroren und kann nun wie eine Folie bearbeitet werden. Auch Pfeile oder geometrische Figuren stehen zur Auswahl. Der Inhalt kann anschließend als Grafik gespeichert oder ausgedruckt werden.
Für mich ist das Programm besonders reizvoll, da ich ja in der Bedienung meines Tablets sowieso mit einem Stift arbeite und nicht auf die Maus angewiesen bin.
Methodensammlung
Die Bücher über unterschiedliche Unterrichtsmethoden stapeln sich in meinem Bücherschrank und immer wenn ich etwas “brauche”, fange ich das Suchen an. Ich hatte mir schon überlegt, ob ich nicht die Inhaltsverzeichnisse kopieren sollte, damit ich einen schnelleren Überblick habe. Allerdings bin ich nun im Netz ansatzweise auf die “Lösung” des Problems gestoßen. Walter Hupfeld betreut auf “learn:line nrw.” eine internetbasierte Methodensammlung, die eigentlich für die Lehrerfortbildung gedacht ist. Wenn man die Methoden ein wenig abwandelt, kann man vieles auch in der Schule einsetzen. Besonders gelungen finde ich, dass man die Methoden nach Einsatzgebiet auswählen kann. Man kann also z.B. nach einer Methode für das Kennenlernen im Plenum suchen.
Einen anderen Methodenpool bietet bietet die Uni Köln an. Ich finde die Auswahl ein wenig umständlicher, inhaltlich ist allerdings nur Erstklassiges geboten.
Ich komme aus der Nähe eines Ortes, der nicht genannt werden will…
Nach gefühlten 5 Mio. Abschlussprüfungen hatte ich eigentlich gedacht, mich haut bis zu den Ferien nichts mehr um. Irrtum! Heute Mittag sollte ich noch schnell Getränke einkaufen und dabei lief mir folgendes vor die Linse:
Die Rede ist von Bionade, dem Erfolgsgetränk aus der Rhön. Egal wo ich hinkomme, auf die Frage, wo bitte Bad Neustadt liegt, kann man immer antworten "in der Nähe von Ostheim, da kommt die Bionade her". Das macht Eindruck. In Zukunft muss ich wohl antworten: "In der Nähe von Ostheim, dort verlangt man für einen Kasten Bionade 17 Euro". Für die jugendlicheren Leser: Es gab einmal eine Zeit vor dem Euro, da hieß unsere Währung D-Mark. Für 1 Euro musste man 1.95583 DM auf den Tisch legen. Das heißt, der Preis für einen Kasten Bionade liegt bei 33,23 DM.
Wahrscheinlich werden die Ostheimer gar nicht mehr wollen, dass ich ihren Ortsnamen verwende. Ich werde also sagen: Ich komme aus Bad Neustadt, das liegt in der Nähe des Ortes der nicht genannt werden will, in dem eine Firma produziert, die für einen Kasten Limo 33,23 DM verlangt.
Der Geschäftsführer des Unternehmens Peter Kowalsky ist übrigens der Ansicht, dass die Kunden bereit sind, den höheren Preis zu zahlen. Eine Marktanalyse habe das gezeigt (nachzulesen in der Welt): „Wir sind der Meinung, dass Bionade das wert sein muss“, sagte Kowalsky. Mit der Preiserhöhung wolle sich die Firma vor allem von ihren Nachahmern absetzen. Bionade wolle den Anspruch des Originals behalten, und „das Original ist nun einmal das teuerste Produkt“.
Also, lieber Marktführer: Meldet euch, wenn ihr an euren Überkapazitäten zu ersticken droht. Es war schön mit euch. Unsere Gäste und auch wir haben uns immer auf ein Fläschchen gefreut. Damit ist jetzt leider Schluss, denn ich bin nicht einmal im Ansatz bereit, für einen Kasten Limo, egal wieviel Bio auch "drin ist", 17 Euro zu zahlen. Die Frau vor mir an der Kasse übrigens auch nicht: "Ab heute gibt es Wasser", so lautete ihr Kommentar.
Einen letzten halben Kasten habe ich noch, vielleicht sollte ich ja mal eine Flasche aufheben. Möglicherweise kann man die, wenn der Kasten dann 25 Euro kostet, für 10 Euro bei Ebay verscherbeln.


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