Archiv für Februar, 2009
Ministry of Silly Walks
Verfasst von admin unter Internet, Sehenswert, Witzig am 16. Februar 2009
Endlich einmal eine gute Nachricht: Nachdem tausende Youtube User qualitativ schlechte Monty Pythons Videos ins Netz gestellt haben, hat sich die Truppe entschlossen, einen eigenen Kanal auf Youtube anzubieten. Mit dabei natürlich der Klassiker: Ministry of silly walks.
Update fehlgeschlagen
Seit geraumer Zeit sitze ich nun am Update von Wordpress und wie ihr seht: es klappt nicht. Das Update blockiert den Zugriff auf die Administration und zerschießt mir Umlaute und Sonderzeichen. Bisher bin ich beim Googeln auch nicht schlauer geworden und die Aussicht auf das Rückspielen der Sicherung macht meinen Abend nicht viel fröhlicher. Nun denn, eine lange Nacht scheint vorprogrammiert…
Nachtrag: Hier steht der entscheidende Tipp für mein Problem. Danke!
Genervt…
… von Kabeldeutschland. Seit einigen Jahren bin ich nun Kunde bei Kabeldeutschland, erst mit dem TV-Anschluss, dann mit Telephon und Internet. Bis vergangenen November war ich auch wirklich zufrieden mit dem Angebot, doch seitdem kämpft KD offenbar mit der Technik. Heute morgen ist zum wiederholten Mal die ganze Technik ausgefallen: kein TV, kein Telephon, kein Internet. Besonders ärgerlich war das während meiner Online-Fortbildung, hier musste ich sogar zweimal in die Schule fahren, damit ich an den Onlinekonferenzen teilnehmen konnte. Ich kann natürlich nicht abschätzen, wo die Probleme bei KD liegen, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass die Kundenzahl schneller gewachsen ist, als das für die Infrastruktur gut ist.
Eine “Beschwerde” ist übrigens nicht wirklich möglich: per Mail reagiert die Firma nicht und für einen Anruf verlangt KD 0,14€. Das ist nicht viel, allerdings sind Wartezeiten von bis zu 15 Minuten “normal”.
Alternative? An meinem Wohnort nur T-Online. Dort war ich bis zu meinem Umzug Kunde und hatte gekündigt, weil mir hier lediglich ein DSL-Zugang mit 768kb angeboten wurde (der aber wie DSL1000 abgerechnet wird!) und das in einem Ort mit über 5000 Einwohnern. Heute wollte ich also wissen, wie schnell das DSL der Telekom mittlerweile ist und bekam beim Test folgende Antwort:
Im Klartext: die haben keine Ahnung, ob DSL bei mir überhaupt funktioniert, empfehlen mir aber schon mal das Komplettpaket. Ich weiß nicht, ob ich da wirklich Kunde werden möchte. Die anderen Anbieter sind gar nicht aktiv.
Man könnte den Eindruck bekommen, ich wohne am Ende der Welt, dem ist aber nicht so. Ich bin gespannt, ob sich etwas bewegt, wenn 2010 das analoge Fernsehen abgeschaltet wird.
Solange werde ich mich wohl über KD ärgern müssen. Beim nächsten Mal werde ich wohl ein Fax schicken und ankündigen, meine Rechnung zu kürzen, mal sehen, ob sich dann wenigstens einmal jemand meldet.
Hier wohne ich…
Verfasst von admin unter Rhön, Sehenswert am 5. Februar 2009
… wenigstens im Ansatz. Ich lese per RSS die Delicious-Einträge eines Freundes mit und der hat heute eine wirklich interessante Website verlinkt: eine interaktive Rhön-Karte. Dass man in eine Karte hinein- und herauszoomen kann, das kenne ich schon von Google, auch dass man Informationen einblenden kann. Auf dieser Seite kann man sich aber auch Wanderwege anzeigen, die Höhenprofile abrufen und sich die Tour sogar mit GPS-Daten ausdrucken lassen. Das finde ich wirklich klasse.
Leider sind die Daten aber nicht komplett. So sind zum Beispiel nur die Wanderhütten in der thüringischen Rhön verzeichnet. Das Highlight der Seite könnte aber der Tourenplaner werden. Startpunkt eingeben, Länge wählen (Zeit oder Kilometer) und anschließend die Streckenvorschläge ansehen. Auch hier gilt aber: keine Vollständigkeit und das ist bei der Menge an Wanderwegen in der Rhön auch kein Wunder.
Neben den Wanderern kommen auch die Radfahrer nicht zu kurz und auch kulturversessene finden reichhaltig Informationen (Mir war gar nicht klar, wieviele Museen es in der Rhön gibt!). Hoffentlich wächst das Angebot noch. Ich werde es jedenfalls im Auge behalten.
Vera – Vergleichsarbeiten
Der Tag fing so nett an, bis dann Vera kam. Nein, Vera ist keine Kollegin und (in diesem Fall) auch kein Song von Pink Floyd. “Vera” ist die Erfindung der Kultusministerkonferenz und ein Kompetenztest. Oder eine Vergleichsarbeit. Oder eine Lernstandserhebung. Wie man will. Jedenfalls durfte ich heute einen Blick in die möglichen Aufgaben werfen und … mein Tag war gelaufen. Dazu gleich mehr.
Federführend im Entwurf ist das “Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen” an der Humboldt Universität in Berlin. Dort heißt es: “Im Fach Deutsch wird es im Durchgang 2009 für insgesamt 60 Minuten Leseaufgaben geben und für 20 Minuten Aufgaben zur Sprachreflexion.” Im gleichen Absatz wird dann allerdings betont, dass diese Aufgaben sich an den Bildungsstandards für den Hauptschulabschluss oder für den Mittleren Abschluss orientieren1, “also explizit nicht an den Lehrplänen der einzelnen Länder. Damit beziehen sie sich primär nicht auf die Prüfung von Inhalten, sondern testen Kompetenzen.”
Was bedeutet das? Meine Schüler in der 8. Klasse bekommen Aufgaben vorgelegt, die in meiner Schulart nicht unbedingt im Lehrplan stehen müssen, die aber von einem Abschlussschüler an einer Hauptschule oder einer Realschule (oder wie bei uns an einer Wirtschaftsschule) bearbeitet werden können. Einfacher ausgedrückt: meine Schüler sollen Aufgaben bearbeiten, die sie nicht bearbeiten können.
Ok, nehmen wir den Begriff “Kompetenztest” einmal wörtlich: Getestet werden also Kompetenzen, kein Wissen. Beispiel: Meine Schüler wissen, wie ein Gedicht aufgebaut ist, sie kennen die Reimarten und können etwas mit dem Begriff Metrum anfangen. Das haben sie (so wie im Lehrplan festgelegt) bisher an Balladen oder Barocklyrik geübt. SIe haben also die Kompetenz, ein Gedicht zu analysieren. Das könnten sie nun im Test an unbekannten Gedichten (zum Beispiel aus der Romantik) auch zeigen. So weit, so gut.
Allerdings verlangt Vera Kompetenzen von den Schülern, die sie (noch) nicht erworben haben. Die Kompetenz einen Text lesen zu können bedeutet nicht, dass sie auch eine Charakteristik schreiben können. Einfacher gesagt: nur weil meine Schüler die Verkehrsregeln kennen und Fahrrad fahren können, kann ich keinen 14-jährigen in einen Sattelschlepper setzen und sagen: drehe eine Runde um den Hof!2
Was nützt mir, meinen Schülern, den Eltern usw. ein Test, bei dem von vorneherein klar ist, dass ihn die Mehrzahl meiner Schüler nicht bearbeiten kann?3 Vielleicht findet Ihr eine Antwort? Nebenbei: das ISB hat eine Seite mit “aktuellen Informationen zu den Vergleichsarbeiten (VERA) in der Jahrgangsstufe 8 im laufenden Schuljahr 2008/09” im Netz.
Irgendwie war mein Tag anschließend gelaufen und ich hatte das Gefühl, dass sich vor allem die Schulbuchverlage die Hände reiben. Gibt man “Vorbereitungsmaterialien für VERA – Deutsch. 8. Schuljahr Mittlerer Schulabschluss” in Google ein, so kann man sich vor Publikationen kaum retten.
- Dass der Link auf der Seite des IQB zu den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz ins Leere läuft, entbehrt nicht einer gewissen Komik! ↩
- Wahrscheinlich hätte mein Schüler daran mehr Spaß als an Vera ↩
- Vielleicht gibt dieser Spiegel-Artikel ja Aufschluss: Kultusminister wollen Hauptschulen abkoppeln ↩
Abitreffen
Verfasst von admin unter Abiturtreffen am 3. Februar 2009
Heute sind die Einladungen zu unserem Abitreffen per Mail an die ehemaligen Mitschüler versendet worden. Die ersten “Rückläufer” sind schon da, einige der Mailadressen sind nicht mehr aktiv. Ich bin sehr gespannt, wer die erste Zusage schickt, ich tippe mal auf meinen ehemaligen Banknachbarn Burkard, der hatte sich nämlich schon letzte Woche per Mail bei mir gemeldet. Mit unserer Schule (die ich ja täglich vor mir sehe, ich arbeite auf der anderen Straßenseite) muss nur noch die Uhrzeit abgestimmt werden, ein Lokal ist auch schon gefunden. Mal sehen, ob das Klassentreffen so ähnlich abläuft wie eine Werbung einer großen Bank: mein Haus, mein Auto, mein Pferd.
Nachtrag: Mein Tipp ist nicht eingetroffen, Martin W. liefert die erste Anmeldung.
Planspiele in Ethik – richtig nah an der Realität
Im vergangenen Jahr haben wir zwei kleine Planspiele in Ethik gespielt und ich war (bin) über die Realitätsnähe immer noch erstaunt. Allerdings waren nicht die Spiele nahe an der Realität, sondern das Verhalten meiner Schüler:
Im ersten Spiel ging es darum, etwas “aus seinem Leben” zu machen. Die Schüler hatten einen Beruf und haben entsprechend Geld verdient, das sie allerdings zum Teil in ihr “Überleben” investieren mussten. Wer mehr hatte, konnte sich weiterbilden und einen höherqualifizierten Beruf erlernen, der dann mehr Verdienst einbrachte usw. Durch verschiedene unglückliche Ereignisse sind dann zwei meiner Schüler in Bedrängnis gekommen, der Verdienst reichte nicht mehr zum Lebensunterhalt aus. Die Schüler einigten sich auf eine Art “Sozialhilfe”, die aber so knapp bemessen war, dass sie einige Runden später wieder zur Diskussion stand. Einige Schüler hatten sich mittlerweile finanziell so fortentwickelt, dass für eine (allerdings sehr kurze) Zeit auch der Gedanke aufkam, die sehr gut situierten Mitspieler zur Kasse zu bitten. Obwohl das nur zwei Mitspieler (von 15) waren und alle gesehen hatten, wie schnell man in eine Notlage kommen kann, endete die Abstimmung 2-13 gegen eine “Reichensteuer”. Die beiden notleidenden Mitspieler sind gegen Spielende übrigens “verhungert”.
Im zweiten Spiel hatten die Schüler die Aufgabe, mit ihren Booten Fische zu fangen. Im Meer gab es zunächst 150 Tonnen Fisch, davon konnte jedes Boot max. 25% fangen. Die Fangquoten wurden der Spielleitung geheim mitgeteilt, so dass am Ende einer Spielrunde nur der “übrige” Bestand mitgeteilt wurde. Da sich die Fische in der Schonzeit wieder vermehren, beginnt die nächste Runde dann mit einem höheren Bestand. Es zeigte sich sehr schnell, dass die Fischerteams das Meer gnadenlos leerräumten. Selbst die Einsicht, dass es so nicht weitergehen kann, führte nicht zu einer Verringerung der Fanquoten (ein Boot blieb immer bei 25%, die beiden anderen schwankten zwischen 5% und 25%). Um den Fischbestand zu sichern, veranstalteten die Schüler dann eine Konferenz, in der man sich auf eine Fangquote von max. 5% für die kommenden drei Jahre einigte. Ich staunte allerdings nicht schlecht, als mir anschließend die Fangqouten mitgeteilt wurden: Lediglich eine Gruppe hielt sich an das Abkommen, den beiden anderen war die Absprache egal.
Bei beiden Spielen lief die anschließende Diskussion dann etwa folgendermaßen: wieso soll ich auf die anderen achten, jeder muss selbst sehen, wo er bleibt. Vielleicht bin ich naiv, aber eigentlich hätte ich ein anderes Verhalten (wenigstens im Ansatz) erwartet. Vielleicht lag es aber auch daran, dass beide Spiele einen Einstieg in die Thematik boten. Deshalb wäre es sicher interessant, nach einer Einheit (zum Beispiel über Nachhaltigkeit) ein weiteres Spiel zu spielen.
Connecting the young european generation
… das ist unser Projekttitel im Comeniusprojekt. Nach unserer langen Heimfahrt gestern ist es Zeit einmal Bilanz zu ziehen:
Für die Schüler hat sich die Fahrt sicher gelohnt. Besonders eine Schülerin ist richtig aufgetaut und hat sich plötzlich Dinge “getraut”, die ich so gar nicht vermutet hatte. Selbst ein Gespräch mit den schottischen Kolleginnen (in Englisch natürlich) war kein Problem mehr. Insgesamt haben sich alle Schüler in ihren Gastfamilien wohl gefühlt und nehmen viele Eindrücke mit nach Hause.
Unser Programm ist recht gefüllt. Wir erstellen ein gemeinsames Kochbuch (”Brain food”) mit Rezepten aus Spanien, Schottland, Österreich und Deutschland. Dann entsteht eine Art “Handbuch” zum Thema “Peer-Mediation”. Die Oberpullendorfer steigen zurzeit in die Mediation ein, bei uns gibt es bereits seit mehreren Jahren die Streitschlichter und die Spanier hatten ein ähnliches Projekt. Letztlich entsteht auch ein großer Vergleich unserer Schüler zum Thema “Gesundheit”. Meine Aufgabe dabei ist die Umsetzung des Fragebogens in eine Online-Version.
Die Woche in Österreich war sehr interessant und ich habe eine Menge netter Kollegen kennen gelernt. Fast schon beruhigend war die Tatsache, dass alle mit den gleichen Problemen kämpfen und die “Vorteile” eines anderen Schulsystems bzw. eines anderen Arbeitgebers auch immer mit Nachteilen verknüpft sind. Überraschend: Mein Englisch ist nicht so schlecht wie ich dachte – vielleicht waren aber Claire und Leslie einfach nur zu höflich, nicht laut zu lachen.
Mit den Schülern werde ich nun ein kleines “Dankeschön-Video” drehen und auf unsere gemeinsame Webseite stellen.

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