Fünf Tage New York…

… und was davon bleibt. Eine kleine Rückschau.New York ist groß, also richtig groß. Wir haben eigentlich nur einen Stadtteil gesehen (Manhattan) und einen angekratzt (Brooklyn). Dabei haben wir alles gesehen, was hier alle sehen: Ground Zero, Brooklyn Bridge, Freiheitsstatue, wir haben eine Bootsfahrt gemacht und waren auf dem Rockefeller Building. Dabei haben wir gesehen, wie groß der Central Park ist. Wie gesagt, New York ist groß.

New York ist wie nichts, was ich vorher gesehen habe. London ist schon eine bunte Stadt, New York ist bunter. London ist im 17. Jahrhundert mal fast komplett abgebrannt, im 2. Weltkrieg zum Teil zerstört. Viele alte Gebäude stehen also nicht mehr, man hat immer wieder mal neu bauen müssen. Das macht das Stadtbild bunt, beabsichtigt war das nicht. Hier ist alles Absicht (die Amerikaner haben ein Faible für Symbolik, das neue World Trade Center ist zum Beispiel 1776 Fuß hoch, 1776 machten sie sich unabhängig). Hier steht ein antiker Tempel  (Tarnung! In Wirklichkeit ist das ein Bahnhof) neben einem Glaspalast (Tarnung! Das ist das Grand Hyatt) und dem Empire State Building (ungetarntes Hochhaus). Ich denke, die Architektur ist nicht willkürlich, sie hängt einfach nur vom Geldbeutel ab. Im übrigen kann man daraus lernen, dass sie sich gerne tarnen.

Was die New Yorker noch gerne machen, ist rausgehen. Sobald das Wetter schön ist, setzen sie sich in Parks und auf jede freie Grünfläche. Und weil das im Prinzip alle machen, sind Parks und Grünflächen voll. New York ist also nicht nur groß sondern auch voll.

New Yorker reden gerne. Relativ viele reden mit sich selbst, einige davon haben einfach nur einen Schlag, andere ein Headset und sie telefonieren. (Hier wird am deutlichsten, dass das echt die Welt im kleinen ist. Noch nie vorher habe ich auf einem Quadratmeter so viele verschiedene Sprachen gehört.) Wieder andere reden professionell – und das nervt. An jeder Ecke wird man angequatscht, permanent will irgendein Irgendwer irgendwas verkaufen. Furchtbar! Das gilt auch für Verkäufer in Geschäften. Sobald man den Laden betritt, wird man zugetextet. Dann erklärt man, dass man sich nur umsehen will. Dann folgt die ungetarnte Verfolgung durch das Verkaufspersonal und immer wieder der Hinweis, dass es die Hose auch in anderen Größen oder Farben gibt. Man traut sich kaum etwas anzufassen. Und weil alle gerne reden ist New York vor allem eines:

Laut! New York ist laut. Alle reden. Immer. Und weil alle immer reden versteht man sich oft nicht. Deshalb redet man lauter. Dazu kommt der permanente Baustellenlärm. New York ist eine einzige Baustelle, an jeder Ecke wird gebohrt, gehämmert, gestrichen, abgerissen oder aufgebaut. Ein bisschen wie der Berliner Flughafen, die werden hier auch nicht fertig. Außer dem Streichen macht das aber viel Krach und führt dazu, dass alle immer lauter reden. Wir waren heute Abend wirklich gut essen, ein schönes Restaurant, aber Bahnhofslautstärke. Mir wird jetzt langsam klar, warum an jeder Ecke ein Fernseher läuft: Die vertragen keine Stille.

Ach ja, das Dessert nannte sich Big Apple Pie und war sehr lecker!

  

Heute könnte ich soviel erzählen…

… Zum Beispiel dass wir wirklich gut essen waren. Der Tipp kam von Simone und so sind wir bei einem Italiener aufgeschlagen. Das Essen war für einen Italiener außerhalb Italiens ausgesprochen gut, wirklich bemerkenswert war aber diese Erfahrung: Während unseres Essens kam ein großer Topf mit Reis aus dem Aufzug, dazu eine Megaschüssel Salat und ein Topf mit Ragout. Dann hat sich die Belegschaft zum gemeinsamen Essen gesetzt. So was kannte ich nur aus Erzählungen. Das könnte ich schreiben.Ich könnte auch darüber schreiben, dass es in der größten Stadt der USA keinen einigen Fanshop der NFL gibt. Die Erfinder des Merchendisings verkaufen hier kein einziges ihrer Produkte, alles geht online. Wir haben auch noch keinen Shop gefunden, in dem Fanartikel einer der immerhin acht Profi Mannschaften verkauft werden. München ohne Bayernshop, wie krass ist das denn? Aber darüber will ich auch nicht berichten.

Auch nicht, dass die Amerikaner gerne in Schlangen stehen und die Touristen das manchmal nicht kapieren. Oder dass die New Yorker bei den ersten Sonnenstrahlen ihren Liegestuhl in die Parks stellen. Oder dass New York gar nicht so eng ist wie erwartet.

Ehrlich: heute hat mich besonders eine Sache beeindruckt und die kann man nicht beschreiben, die muss man sehen.
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Erinnerungen

Seit zwei Tagen sind wir in New York. Gestern nach einer langen Busfahrt noch schnell ins Museum of Modern Art und dort erstmal einen Flash erlebt. Dort ist an einem Freitag Abend mehr los als auf dem Frankfurter Flughafen (ok, der Eintritt war frei). Leider war der Raum mit der Photographie gesperrt, aber der Rest war auch nicht von schlechten Eltern.Heute war dann eine kleine Stadtrundfahrt angesagt, eigentlich wollten wir zur Brooklyn Bridge, es war aber recht zugezogen, so dass das Panorama nicht sehr fotogen gewesen wäre. Zugezogen bedeutet, dass man die Häuser nicht bis zum Ende ansehen konnte – anders gesagt: Ich dachte immer, es sei ein Märchen, dass die Wolkenkratzer in den Wolken verschwinden, sie tun es aber wirklich.  Das ist übrigens das World Trade Center 2, rund um Ground Zero ist viel los, das Denkmal ist für amerikanische Verhältnisse sehr schlicht gehalten.

Mittagessen gab’s im Central Park, dann einen Besuch im Apple Store und anschließend sind wir in der St. Patrick Cathedral gelandet. Ansonsten ist NY vor allem eines: riesig!

Schon wieder satt…

… Aber diesesmal anders. Geschichtlich gesättigt sozusagen. Heute haben wir es uns nochmal richtig gegeben. Erst ein Besuch in der Kongressbibliothek, der größten Bücherei der Welt. War ein wenig überlaufen, der Blick in den Lesesaal sehr kurz. Dafür durften wir eine echte Guttenberg-Bibel ansehen. Naja, ob sie wirklich echt war, kann ich nicht sagen, aber toll war’s schon.Im Zwischenteil des Besuchsprogramm gab es dann die Unabhängigkeitserklärung und die amerikanische Verfassung im Nationalarchiv. Auch hier war viel los. An beiden Orten ein wenig enttäuschend: Nicolas Cage war nicht da.

Weil ich gerade bei Enttäuschung bin: Die Pandas im National Zoo waren auch nicht da. Der Zoo ansich ist schön angelegt, die Elefanten und die Affen haben einen Haufen Platz, aber die Pandas waren nicht da. Dafür durften wir einem Tiger bei der Vogeljagd (er hat ihn nicht erwischt) und eine Löwin bei der Entenjagd (auch kein Erfolg) zusehen. Für Show war also gesorgt. Der Zoo gehört zur Smithsonian-Stiftung, der Eintritt war also frei.

Abends dann noch ein kleiner Spaziergang zum Cupcakeessen. Fiese kleine Kuchen mit einem leckeren Topping (so heißt das hier, gemeint ist eine Haube aus Creme mit unterschiedlichen Geschmäckern.) Auf dem Rückweg dann ein schönes Bild, so wie man sich die amerikanische Landeshauptstadt halt so vorstellt.

  PS Das ist der Stadtteil Georgetown, hier wohnen die, die es sich leisten können. Krass, oder? 

Ich glaube, sie war echt…

Mein kleiner Ausflug in die amerikanische Welt des guten Essens endete gestern nicht wirklich mit dem Nachttisch, sondern damit, dass Simone einen der Kellner im Restaurant erkannte und wir einen saftigen Abschlag  auf die Rechnung bekamen. Und: einen kompletten Apfelkuchen in der Geschenkbox. Das heutige Frühstück war also gerettet, immer nur Reispops, davon wird man ja auch nicht satt.Entsprechend gut gelaunt sind wir dann auf der Dachterasse des Kennedy-Centers gelandet, von der aus man einen schönen Rundblick auf die Stadt hat. Für dem Mittag war Regen gemeldet, sodass wir einen Museumsbesuch geplant haben. Ziel war das „Air and Space Museum“ (ausnahmsweise mal ohne „National“) und was soll ich sagen, die Mondlandung war echt! Ja, ich bin sicher. Der Aufwand, mit dem hier die entsprechenden Raketen und Fahrzeuge ausgestellt sind, den macht man nicht, wenn es nur ein Fake war.

Beeindruckend: in eine Turbine der Apollorakete passt ein kompletter Starfighter. Eintritt war übrigens frei. Allerdings hätte man ruhig was nehmen können um die Alufolie am Eagle zu erneuern.