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Herr Holze / Stephan Holze

Schule & Medien und ein klein wenig Privates

Konzert

SAGA in Schweinfurt

17. Mai 2009 by sgw Leave a Comment

Die gute Nachricht vorweg: Für das SAGA-Konzert musste ich nicht nach Aschaffenburg in meinen Lieblingsclub (Colossaal) fahren. SAGA kam nach Schweinfurt und ersparte mir damit mindestens zwei Stunden Autobahn. Das war auch gut so, sonst hätte ich mich noch mehr geärgert.

Dass SAGA nicht mehr klingt wie SAGA war mir eigentlich schon von vornherein klar, immerhin ist Michael Sadler 2007 aus der Band ausgeschieden. Dennoch ist es ein wenig komisch, alte SAGA Titel mit einer anderen Stimme zu hören. Vergleichbar ist das mit den ersten Konzerten von Marillion nach dem Ausstieg von Fish. Marillion ist aber immerhin so clever, die alten Songs nicht mehr zu spielen, so dass dem geneigten Zuhörer eine Art Schockstarre erspart bleibt. SAGA spielt sie weiterhin und „der neue“ (Rob Moriatti) gibt sich Mühe – eine wohl desaströse Beschreibung in einem Zeugnis. Die ganz neue Platte (The Human Condition) war mir bis gestern nicht bekannt und ehrlich: sie wird es auch nicht werden. So wie Marillion ändern auch SAGA ihren Stil und klingen dabei aber leider wie eine schlechte Kopie von IQ oder Asia. Mein Herz haben sie nicht erobert.

Am Ende der Show ist mir dann endlich auch eingefallen, an wen mich Ian Crichton (Gitarre) erinnert: Grima Schlangenzunge aus Herr der Ringe! Ich fand, er sah schon recht blass aus. Leider ist auch die angekündigte Vorband „It bites“ nicht aufgetreten, dafür hatten die Veranstalter „Gerber und Olsen“ engagiert. Eine gute Wahl, Gerber spielt eine Hammond B3, die Urmutter aller Orgeln, und die Songauswahl (von Free bis Deep Purple) traf genau meinen Geschmack.

Posted in: Musik Tagged: Konzert, Musik

Ein Stück Musikgeschichte: Concert in Central Park

7. Juli 2008 by sgw Leave a Comment

Nach dem Korrekturmarathon habe ich mir eine Belohnung verdient. OK, ich stecke noch mittendrin, die Belohnung ist aber schon angekommen: Simon & Garfunkel, The Concert in Central Park. Bisher kannte ich das Konzert ja nur von der Platte. Auf der DVD ist ein Stück mehr drauf (The great Johnny Ace), das man auf der Platte wohl weggelassen hat, weil ein Flitzer (allerdings bekleidet) die Bühne stürmte und Paul ein wenig (aber nur ein ganz klein wenig!) aus der Fassung brachte.
Eigentlich kann man diese Aufzeichnung mit heutigen Konzerten gar nicht mehr vergleichen. Die Bühne sieht sehr improvisiert aus, von einem „Bild“ kann man eigentlich nicht reden. Licht, Laser und sonstigen Firlefanz hat man sich gespart. Paul trägt einen Nadelstreifenanzug mit rosa T-Shirt, Art die passende Weste dazu. Mehr muss optisch gar nicht sein. Einmal durfte ich ja auch Paul Simon live lauschen. Seine „Graceland Tour“ führte ihn nach Würzburg ins Kickers-Stadion und da war die Atmosphäre ähnlich. Nur halt ohne Art Garfunkel.

Interessant ist, wie die beiden auf der Bühne miteinander umgehen. Beide meiden Blickkontakt und ziehen ihr Programm professionell durch. „Old friends“ sind sie wohl nicht mehr. Die Songauswahl macht jedem Best-Of-Album Konkurrenz:

  • Mrs Robinson
  • Homeward Bound
  • America
  • Me And Julio Down By The Schoolyard
  • Scarborough Fair (leider nicht zweistimmig wie auf dem Studioalbum)
  • April Come She Will
  • Wake Up Little Susie
  • Still Crazy After All These Years
  • American Tune
  • Late In The Evening
  • Slip Slidin‘ Away
  • A Heart In New York (Art Garfunkel Solo)
  • The Late Great Johnny Ace (Paul Simon Solo)
  • Kodachrome / Maybellene
  • Bridge Over Troubled Water (Art Garfunkel Solo)
  • 50 Ways To Leave Your Lover
  • The Boxer
  • Old Friends
  • Bookends
  • The 59th Street Bridge (Feelin Groovy)
  • The Sound Of Silence
  • Late In The Evening (Zugabe)

Die Stimmung im Park ist grandios: 500.000 Zuschauer sind begeistert und was an diesem Abend an Rauschmitteln verbraucht wurde, möchte ich gar nicht wissen. Paul bedankt sich jedenfalls bei den „guys who sell the joints“. Offenbar hat der Drummer der Veranstaltung auch tüchtig zugegriffen. Mit fiel beim Betrachten sofort ein Vers aus Heines „Belsazar“ ein: Der Drummer stieren Blicks dasaß…“

Insgesamt ein Stück Musikgeschichte auf DVD, die ebensowenig wie die CD in keinem Haushalt fehlen sollte. Arts Stimme funktioniert noch und Paul hat halbwegs Bodenhaftung. Bei Amazon zurzeit für 11 Euronen zu haben.

Posted in: Musik Tagged: Art Garfunkel, Konzert, Musik, Paul Simon

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