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Herr Holze / Stephan Holze

Schule & Medien und ein klein wenig Privates

Unterrichtsentwicklung

Notebookklasse

19. März 2009 by kceyow Leave a Comment

In der kommenden Woche darf ich zusammen mit einer Kollegin und unserem Schulleiter die Wirtschaftsschule in Schwabach besuchen. Wir wollen uns dort die Notebookklassen ansehen und v.a. mit den beteiligten Kollegen sprechen, uns das didaktisches Konzept anschauen und Erfahrungen erfragen. Hintergrund ist die Überlegung, ob unsere Schule im nächsten Schuljahr ebenfalls in eine Notebookklasse einsteigt.

Bisher haben wir als Prämisse folgendes festgelegt: Der Unterricht in der Notebookklasse muss einen deutlichen „Mehrwert“ haben. Sollte das nicht der Fall sein, dann steigen wir nicht ein. Im Grunde ist das eigentlich ganz einfach für uns: Parallel nehmen wir nämlich an „Segel BS“ teil, einem Modellversuch des ISB Bayern. Dieser Modellversuch setzt auf selbstregulierendes Lernen und fordert von uns Lehrern eine völlig andere Unterrichtsgestaltung. Die Kollegin und ich sind davon überzeugt, dass das mit Notebooks besser zu erreichen ist. Konkret bedeutet baut Segel auf verschiedenen Strategien auf:

  • Lesestrategie
  • Informationsbeschaffungsstrategie
  • Selektive Informationsstrategie
  • Ressourcenstrategie/li>
  • Problemlösungsstrategie
  • Elaborationsstrategie
  • Reflexionsstrategie
  • Regulationsstrategie[1. hier könnt ihr ein wenig mehr zu den verschiedenen Strategien nachlesen und auch, warum wir glauben, dass Notebooks sinnvoll sein dürften. Die Darstellung ist nicht einheitlich, weil mehrere Kollegen mitgearbeitet haben. Es handelt sich hier um unsere Vorüberlegungen]

Dazu kommen weitere Überlegungen:

  • Der PC ist ein Arbeitsmittel, der für die Ausbildung und den Beruf absolut notwendig ist. Je höher unsere Schüler qualifiziert sind, desto größer sind ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. [2. Der erheblich tiefere Einstieg v.a. in die Datenverarbeitung sollte von der Schule auch zertifiziert werden! Das sind genau die Fähigkeiten, die die Betriebe von unseren Schülern verlangen.]
  • Durch die Arbeit mit Learn Management Systemen kann eine einfachere Differenzierungen im Unterricht erreicht werden.
  • Laptops erleichtern die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Lehrern, Schülern und Schülern und Lehrern und Schülern. Der Unterricht mit insgesamt vernetzter. [3. Die Vernetzung ist ein wesentlicher Bestandteil von Segel BS. Letztlich läuft vieles auf einen Lehrplan heraus, der lernfeldorientiert ist.]
  • Inhaltliche Verknüpfungen während des Unterrichts (zum Beispiel während einer Recherche mit einem konkreten Arbeitsauftrag) sind einfacher zu bewerkstelligen.

Unsere Vorüberlegungen sind also nun soweit gediehen, dass wir uns konkret umsehen (Bericht folgt!). Wenn ihr Erfahrungen mit Notebookklassen habt oder Tipps geben könnt, wir freuen uns!

Am morgigen Tag beginnt aber erst einmal mein volles Programm: als Schulentwicklungsmoderator in Schweinfurt, als Kabarettbesucher in Erfurt (Georg Schramm) und als Bass in unserem Gospelchor in Ostheim.

Posted in: Schule, Schule - Notebookklasse Tagged: Medienpädagogik, Notebookklasse, Unterrichtsentwicklung

Selbstevaluation online

16. Oktober 2008 by kceyow Leave a Comment

image Als ich heute auf Peruns Weblog den Artikel gelesen habe, dass der Betreiber von WordPress PollDaddy gekauft hat, habe ich ein wenig gebraucht, bis ich die Meldung einordnen konnte. Am vergangenen Wochenende durfte ich wieder einmal Gast bei der privaten Wirtschaftsschule Krauß in Aschaffenburg sein. Im Rahmen der kollegialen Unterrichtshospitation kamen wir auch auf Schülerbefragungen zu sprechen und welche Möglichkeiten Fragebögen bieten. Hier schließt sich nun der Kreis zu PollDaddy. Mit diesem Dienst kann man nämlich die Schülerbefragungen auch online durchführen und man erspart sich das Auszählen der einzelnen Antworten. Bisher konnte man in der kostenlosen Variante pro Umfrage 10 Fragen stellen und im Monat maximal 100 Antworten bekommen. Das Erstellen der Umfragen funktioniert sehr einfach, das Ergebnis lässt sich fast noch einfacher einsehen. Vielleicht ist es ja sogar möglich, die Schüler im Rahmen einer DV-Stunde an der Evaluation teilnehmen zu lassen.

PollDaddy bietet eine schnelle Möglichkeit, seinen eigenen Unterricht zu evaluieren. Ich denke, dass die Beschränkung auf 100 Antworten kein wirkliches Problem darstellt, obwohl ich hoffe, dass sich die Benutzer von WordPress nun über erweiterte Funktionen freuen können. Inwieweit PollDaddy in die Benutzeroberfläche von WordPress integriert wird, ist offenbar noch nicht geklärt, per Plugin ist eine Verknüpfung allerdings jetzt schon möglich.

Posted in: Schule, Schule - Material Tagged: Evaluation, Unterrichtsentwicklung, Wordpress

Web für Lehrer

23. Juli 2008 by kceyow 2 Comments

René Scheppler stellt auf Projektblog „Yahoo teachers“ vor, eine Web 2.0 Gemeinschaft für und von Lehrern, die sich allerdings noch in der Betaphase befindet. Lehrer haben die Möglichkeit, eigene Stunden in einen Pool zu stellen und von anderen Kollegen Stunden zu erhalten. René merkt dann noch an: „Ich habe das Gefühl, dass sich in diesem Bereich wirklich etwas tut. Und ich bin zuversichtlich, dass ich in meiner Lehrerkarriere nicht immer wieder alleine daheim sitzen werde und mir Gedanken über meinen Unterricht mache, sondern mich schnell und unkompliziert mit Kollegen in ganz Deutschland oder gar weltweit austauschen kann, die evtl. das selbe Thema planen oder vorbereiten.“

Ich habe da so meine Zweifel. Sicher tut sich etwas, aber alle Versuche, eine wirklich umfassende Stundensammlung zu etablieren, scheitern seit Jahren regelmäßig. Dafür gibt es unterschiedlichste Gründe:

  • In unserem schönen Land gibt es so viele unterschiedliche Schulen und Schularten, dass man wirklich nur schwer einen Überblick bekommt. Ich unterrichte z.B. an einer Wirtschaftsschule in Bayern und bin mir sicher, dass nicht einmal bayerische Kollegen auf Anhieb wissen, welchen Abschluss Schüler bei uns erreichen können. Wie soll da ein Austausch von Material erfolgen?
  • Viele der Datenbanken sind nicht wirklich einfach zu bedienen, das ist aber eine Grundvoraussetzung dafür, dass sich viele Kollegen an einer solchen Sammlung beteiligen.
  • Bei vielen Kollegen fehlt noch die Einsicht, dass man als Einzelkämpfer nicht wirklich weit kommt. Einige wollen grundsätzlich nicht tauschen (so habe ich das z.B. während meiner Zeit am Gymnasium erlebt), andere haben „Angst“, dass der Kollege XY einen besseren Unterricht halten könnte als man selbst. Der Austausch an meiner Schule im Fach Deutsch funktioniert dagegen sehr gut!
  • Wer sich jemals eine Stunde „aus dem Netz gezogen“ hat und dann feststellt, „so kann ich das gar nicht machen“, der wird sich kein zweites Mal auf eine Suche einlassen. Die perfekte Stunde gibt es nicht, das wissen wir alle. Komischerweise glauben wir aber daran, wenn wir uns im Internet auf die Suche machen.

Ich bin also nicht ganz so zuversichtlich und werfe mal einige Ideen in den Raum:

  • was mir weiterhelfen würde, wären z.B. Quellensammlungen für das Fach Geschichte, historische Landkarten, eine Sammlung von Erzählungen oder Kurzgeschichten, gute Zeitungsartikel für eine Textarbeit usw. Ein zentraler Materialpool, der auch die Frage des Copyrights abschließend klärt.
  • Stunden sollten von Kollegen kommentiert und bewertet werden können. So könnte man schneller entscheiden, ob man näher hinsieht oder nicht. Ein einfaches System wie bei Amazon könnte da schon ausreichen.
  • Im Grunde ist es nicht die heruntergeladene Einzelstunde, die ich interessant finde. Es müsste die Möglichkeit geben, Unterricht gemeinsam vorzubereiten. Das geht nämlich auch mit Kollegen von anderen Schularten oder aus anderen Schulen. Das Internet bietet dazu eine ganze Reihe von Einzelanwendungen: Mindmaps kann man mit Mindmeister gemeinsam erstellen, einen Zettelkasten bei Zettels anlegen und pflegen, per Mail tauscht man Dokumente aus usw. Allerdings gibt es keinen Dienst, der viele solcher Applikationen vereint. Ich habe keine Lust, zehn verschiedene Seiten aufrufen zu müssen, damit man miteinander arbeiten kann.
    Dabei ist die Zusammenarbeit in der Unterrichtsvorbereitung eine der drei Faktoren, mit der man Unterricht am schnellsten verbessern kann.

Trotzdem werde ich Yahoo Teachers mal im Auge behalten, vielleicht entwickelt sich ja doch etwas Ordentliches.

Posted in: Schule, Schule - Alltag, Schule - Links, Schule - Material Tagged: Linktipp, Unterrichtsentwicklung, Unterrichtsressourcen, Unterrichtsvorbereitung, Web 2.0, Zusammenarbeit

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