…ich traue mich ja fast nicht, aber meine zweite Platte war „Berlin – A Concert For The People“ von Barclay James Harvest. Die Geschichte dahinter ist recht schnell erzählt: Lagerfeuer – Typ mit Gitarre – „Hymn“ – irre Stimmung – von wem ist dieser Song? Rein in den Plattenladen und: wow ist die teuer! Aber kein Problem, ich habe das Teil dann ausgeliehen und auf Kassette aufgenommen.

Kleiner Exkurs: Liebe jugendliche Leser: eine Kassette und Aufnehmen, das kennt ihr ja gar nicht mehr. Also, man legt die Platte (so ein rundes Ding aus Vinyl, schwarz, mit Rillen und einem Loch in der Mitte) auf den Plattenspieler (so was ähnliches wie ein CD-Spieler, nur kann man zusehen, bis einem schwindlig ist) und muss dann möglichst zeitgleich den „Record-Knopf“ am Kassettenrekorder drücken. So etwa beim fünften Versuch klappt das dann auch. Vorher muss man allerdings ausrechnen, wieviele Lieder auf eine Seite passen. Bei einer Kassette „C-60“ sind das 30 Minuten. Dann dreht man um. Wenn man viel Glück hat (oder es einfach kann!), dann hat man die LP auf CC (Compact Cassette).

Das Konzert war jedenfalls toll. „Mockingbird“, „In Memory Of The Martyrs“ und „Child Of The Universe“ sind echte Klassiker, an sie erinnere ich mich noch recht gut. „Berlin“ war grandios und den krönenden Abschluss bildete dann „Hymn“. Ich war jedenfalls so begeistert, dass ich das nächste Album – „Victims of circumstance“ dann gekauft habe. Ein Fehler! „Berlin“ ist aber dennoch ein gutes „Best of“ Album der Band – ein anderes braucht man eigentlich nicht zu besitzen.

Drei Dinge fallen mir aber trotzdem noch zu diesem Album ein: 1. Ich war echt froh, als ich die Platte im Plattenschrank meiner Freundin (heute Frau) entdeckt hatte: wir hatten (zumindestens im Ansatz) den gleichen Musikgeschmack! 2. Die Platte legte wohl den Grundstein für meine Begeisterung für Live-Aufnahmen. 3. Ich musste einfach Gitarre spielen lernen!

Fazit: Anspruchsvoller Softrock, dass sich mein Musikgeschmack geändert hat, finde ich nicht weiter bedenklich!